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Fesselspiele (Bondage)

in BDSM ~ Encyclopedia 15.02.2016 20:36
von Team • 113 Beiträge

Fesselspiele
(Bondage)


Seidenschals

sind allerdings ziemlich ungeeignet. Die Knoten sind schwer aufzukriegen (wie bei Strümpfen, die man auch nicht verwenden sollte) und das Material kann in die Haut schneiden. Seidenschals sollte man sich lieber für Augenbinden aufheben.



Seile

sollten weich sein und mindestens einen Durchmesser von 8 mm haben. Baumwollseile sind weich, aber die Knoten lassen sich schwer öffnen und die Enden können leicht aufribbeln. Bei Nylonseilen sind die Knoten leichter zu lösen und die Enden kann man mit einem Feuerzeug zusammenschmelzen. Sie sind allerdings etwas härter. Eine gute, aber teure Alternative sind Bergsteigerseile. Hanf und andere Materialien wie Sisal sind den meisten Leute zu rauh.



Bei Handschellen

sollte man als Anfänger vorsichtig sein: Die Ränder können auf Nerven drücken und dadurch bleibende Lähmungen verursachen und viele Leute reagieren allergisch auf Nickel oder Chrom. Gute Handschellen müssen nicht nur einschnappen, sondern sich auch noch sicher "arretieren" lassen, damit sie nicht beim Tragen enger werden. Gute Handschellen gibt es ab ca. 30 DM (Stand '99).



Auch bei Seilen muss man immer darauf achten, dass man keine Arterien, Venen oder Nerven abschnürt. Diese "Leitungsbahnen" verlaufen bevorzugt an der Innenseite von Gelenken.

Wenn man die Handgelenke in einer sogenannten "Acht" zusammenbindet, kann man das recht sicher vermeiden. Dabei werden die Innenseiten der Handgelenke Fingerspitze zu Fingerspitze aneinander gelegt und mit einem Seil mehrfach umwickelt. Anschließend zieht man im rechten Winkel dazu weitere Schlingen um diese Wicklungen zwischen den Handgelenken. Das Ergebnis ist eine stramme Fesselung, bei der die Leitungsbahnen keinem direkten Druck durch die Stricke ausgesetzt sind.

Man sollte immer mehrere Wicklungen verwenden, damit der Druck auf eine größere Fläche verteilt wird. Es sollte auch immer möglich sein, einen Finger (und sei es nur der kleine) unter die Wicklungen zu schieben. Bei jedem Fesselspiel sollte man ein Schneidewerkzeug zur Hand haben, um im Notfall den Bottom schnell befreien zu können. Besser als ein Messer ist eine kräftige Schere.

Wird ein Glied einer gefesselten Person blau, kalt oder taub, ist sie sofort loszubinden. Um das festzustellen, muss der Top in regelmäßigen Abständen nachfühlen und der Bottom sich probeweise bewegen.

Den sichersten Schutz vor Verletzungen bieten gute Ledermanschetten. Richtig konstruierte Manschetten schützen das Handgelenk und verteilen Zug und Druck gleichmäßig auf die robusten Teile der Gelenke. Meist sind sie auch mit Ringen versehen, an denen man schnellöffnende Verschlüsse wie Karabinerhaken befestigen kann. Bei guter Pflege halten sie Jahre. Viele Lederläden stellen nach Maß gefertigte Manschetten für einen fairen Preis her.

Bei Handmanschetten kann man Karabinerhaken oder noch besser Panikhaken verwenden, die sich beide in einem Notfall schnell öffnen lassen. Panikhaken sind Verschlüsse, die sich auch unter starkem Zug öffnen lassen, was bei Karabinerhaken meist unmöglich ist. Man bekommt sie in Reitsportgeschäften oder Baumärkten.

Jeder, egal wie groß, stark und gesund, kann durch Kreislaufprobleme ohnmächtig werden. Damit muss der Top rechnen und sich vorher überlegen, wie er den Sub auch ohne dessen Mithilfe schnell befreien kann. Besondere Gefahren bestehen, wenn der Hals durch Seile oder Halsbänder fixiert ist.



Einige Sachen darf man auf keinen Fall machen:

Niemals eine Person fesseln, die zu epileptischen Anfällen neigt. Schon ungefesselt kann man sich bei einem Krampfanfall schwere Verletzungen zuziehen. Ist der Betroffene gefesselt, kann es zu Knochenbrüchen und Muskelzerreißungen kommen.

Der Hals ist ein sehr empfindliches Gebiet. Druck auf den Hals kann dazu führen, daß der Blutdruck schlagartig abfällt. Spiele, die den Hals einschließen, bleiben erfahrenen Personen vorbehalten. Auch wer keine solchen Phantasien hat, sollte beim Kauf und Einsatz von Halsbändern darauf achten, dass sie nicht einschneiden oder würgen.

Niemals eine gefesselte Person alleine lassen, auch nicht für kurze Zeit. Eine gefesselte Person kann sich weder wehren noch in Sicherheit bringen. Aus dem gleichen Grund soll man sich niemals selbst fesseln, wenn kein potentieller Retter in der Nähe ist. Krämpfe und Panikanfälle können völlig überraschend kommen.

Niemals jemanden mit dem Gesicht nach unten auf eine weiche Unterlage binden. Die Gefahr des Erstickens ist zu groß. Das gilt besonders für geknebelte Personen.

Niemals jemanden an einem Körperteil aufhängen. Das sogenannte Suspension Bondage ist nur mit spezieller Ausrüstung und sehr viel Erfahrung sicher möglich, egal, was man in Filmen sieht.

Augenbinden und Knebel dürfen keinen Druck auf das Auge selbst ausüben, besonders dann nicht, wenn der Sub Kontaktlinsen trägt. Ist man unsicher,sollte man als Dom fragen, wovon genau das Funkeln in den Augen des Subs kommt.

Bei Knebeln gibt es zwei Hauptgefahren: Unterbrechung der Luftzufuhr und Auslösen des Würgereflexes. Um den letzteren zu vermeiden, muss man dafür sorgen, dass kein Teil des Knebels aus dem Mundraum nach hinten in den Rachen rutschen kann. Bei jedem Knebel muss außerdem immer die Nasenatmung unbehindert sein. Relativ sicher sind Knebel, bei denen ein Stück Stoff quer durch den Mund gezogen wird, bei denen der Sub also immer am Knebel vorbei atmen kann.

Geknebelte Personen brauchen eine besondere Form des Safewords. Das kann entweder ein gegrunzter Code sein wie das SOS (drei kurze Laute, mehrfach wiederholt) oder einen Gegenstand, den der Dom in der Hand hält und der Lärm macht, wenn er ihn fallen lässt.






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