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Covern oder Schutzengel

in BDSM ~ Encyclopedia 15.02.2016 20:37
von Team • 113 Beiträge

Covern oder Schutzengel


Rückversicherungssystem für Treffen mit unbekannten (Spiel)partnern.

Der Cover, auf deutsch auch Schutzengel genannt, stellt sicher, dass im Notfall die Polizei alarmiert wird. Dazu verabredet derjenige, der gecovert wird mit dem Schutzengel eine genaue Zeit und Art, wie er ihm mitteilt, da alles in Ordnung ist. Bleibt diese Nachricht aus oder ist anders als verabredet, dann bedeutet das, daß der Schutzengel verpflichtet ist, Alarm zu schlagen.



Schutzengel

Engl. Guardian Angel, von Jay Wiseman LV{WISEM} auch silent alert genannt. Primitive aber wirkungsvolle Möglichkeit, die Sicherheit bei der Begegnungen mit Fremden zu erhöhen. Die zu beschützende Person (der Beschützte) macht mit einem sehr guten Freund (dem Engel) aus, daß Letzterer innerhalb einer genau festgelegten Zeit einen Anruf erhält. Der Beschütze trifft sich dann mit einer anderen, meist noch unbekannten Person (dem Fremden). Erfolgt ein Anruf nicht innerhalb der festgelegten Zeit, ruft der Schutzengel die Polizei. Das Funktionieren der Methode beruht auf das bedingungslose Einhalten der abgemachten Vorgehensweise, auch wenn einige Elemente zuerst etwas extrem erscheinen.

Der Beschützte muß vor dem Treffen wissen, wo genau sie sich treffen werden und mit wem und dies seinem Engel vorher mitgeteilt haben. Wenn er den Fremden trifft, muß gleich am Anfang klar gemacht werden, daß er zu einer gewissen Zeit bei einem (meist als "unglaublichen nervösen, uebermässig besorgtem") Bekannten oder Familienmitglied anrufen muß. Die Tatsache, daß es diesem Bekannten zuzutrauen ist, die Polizei zu rufen, sollte deutlich werden, ob man das gleich am Anfang oder im Laufe des Abends sagt, hängt von der Situation ab. Der Einwand des Fremden, daß er kein Telephon hat, zählt nicht, weil man dann erst recht zu einer Telephonzelle finden muß.
Idealerweise sollte bei dem Anruf dann eine Uhrzeit festgelegt werden, wann der Beschützte wieder Zuhause sein wird. Der Beschützte nimmt in Kauf, daß es seine und nur seine Schuld ist, wenn er den Anruf vergißt und auf einmal die Polizei vor der Tür steht - und erklärt sich bereit, sich auf jeden Fall bei den Beamten für ihre Sorge zu bedanken.

Vom Schutzengel wird neben der ständigen Erreichbarkeit eine bedingungslose Bereitschaft verlangt, bei Ausbleiben des Anrufs die Polizei zu verständigen. Wie alle Abschreckungsstrategien funktioniert die des Schutzengels nur dann, wenn allen Beteiligten klar ist, daß der entscheidende Anruf automatisch erfolgt. Der Schutzengel versucht nicht, bei dem Fremden anzurufen. Im Ernstfall kann das den Fremden in Panik versetzen und bei falschem Alarm hat der Beschützte jede Standpauke der Polizei verdient. Die Polizei selbst ist mit diesem Verfahren vertraut und immer bereit, ein Streife vorbeizuschicken, nicht zuletzt deswegen, weil ihnen einige hundert Fehlalarme lieber sind als ein Mordfall.

Sollte es sich beim Beschützten um einen Sadomasochisten handeln , kann nicht empfohlen werden, das der Polizei mitzuteilen. Es geht dabei nicht um die Frage, ob die Polizei einen Hilferuf von einem vermeidlich Perversen ernst nimmt oder nicht. Da Polizisten mit schöner Regelmässigkeit zu völlig harmlosen Situationen gerufen werden, wo es wieder einmal jemand geschafft hat, sich selbst nicht mehr aus eigenen Fesselung befreien zu können, besteht die Gefahr, daß der Anruf in diese Richtung mißverstanden wird. Damit riskiert man, daß Beamte mit völlig falschen Vorstellungen in eine möglicherweise lebensbedrohliche Situation geschickt werden.

Unter keinen Umständen sollte der Schutzengel selbst zu dem Ort fahren. Sonst hat man am Ende gleich zwei Leute, die in ernsten Schwierigkeiten sind, statt nur einem. Er sollte an dem Ort bleiben, von dem er den Anruf geführt hat, damit er von der Polizei erreicht werden kann und bereit sein, weitere Freunde oder Verwandte über die Situation zu informieren. Bei einem Fehlalarm bedankt sich auch der Schutzengel bei der Polizei für ihre Hilfe. Es muss nicht gesagt werden, daß ein Anrufbeantworter kein Schutzengel ist und ausgeschaltet gehört.

Der Fremde, sofern er von der Sache Wind kriegt, sollte die Situation begrüssen und sich freuen, daß er jemanden kennengelernt hat, der einen guten Sinn für Sicherheit besitzt und die nötige Selbstdiszplin hat, diese Regeln auch durchzuziehen. Es sollte nicht versuchen, den Namen des Schutzengels in Erfahrung zu bringen und auch nicht versuchen, dem Gespräch zu lauschen.

Ein Beschützter, der sich nach einem Fehlalarm nicht erst recht bei seinem Engel bedankt, ist des Schutzes nicht wert. Ein Engel, der trotz abgelaufener Zeit aus Angst vor einem Fehlalarm nicht die Polizei ruft, handelt kriminell, ihm kann in Zukunft nicht vertraut werden. Ein Fremder, der sich durch das Vorgehen beleidigt fühlt, ist eine nähere Bekanntschaft nicht wert.

Beschützter und Schutzengel sollten sich auf eine Abart eines Safewords einigen, einen möglichst unauffälligen Satz, der dem Engel signalisiert, daß er trotz des Anrufs in Schwierigkeiten steckt; beispielsweise "Kannst Du mal nach dem Hund schauen?" wenn der Beschütze nicht mal Goldfisch Zuhause hat. Idealerweise gibt der Schutzengel eine Bestätigung, daß er verstanden hat (hier vielleicht Ja, wenn es sein muss, ich habe deinen Schlüssel). Dieser Punkt wird leider oft übersprungen, darf aber nicht fehlen.

Oder zum Beispiel ein Codewort, daß unbedingt vorkommen muss: So würde der Satz: " ...ja mir geht es gut " Alarm auslösen. Nicht aber, wenn es heißt: "....ja mir geht es gut, ich fühle mich wie im 7. Himmel "

Obwohl sicher kein Allheilmittel, gibt die Schutzengel-Strategie eine gewisse Rückendeckung für neue Bekanntschaften, wie sie unter Sadomasochisten nicht unüblich sind. Der Preis dafür ist streng durchgeführten Version ein Verlust der Spontaneität und möglicherweise ein sehr kurzer Abend. Meist verläßt sich der Beschützte sich auf seine Menschenkenntnis und glaubt zu wissen, ob sie den Fremden für die restliche Zeit nach dem Anruf trauen kann oder nicht, ohne eine Zeit festzulegen, wann sie Zuhause sein wird.

Verwandt mit dem Schutzengel wird bei der Selbstfesselung oft als letzte Absicherung ein Bekannter mit einem Haustürschlüssel zu einer gewissen Zeit einbestellt, mit der Anweisung, sich selbst hineinzulassen, wenn es keine Antwort auf die Türklingel gibt.






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zuletzt bearbeitet 21.02.2016 15:03 | nach oben springen
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